Ursachen

Als Ursache der Hämopyrrolurie werden in erster Linie genetische Faktoren genannt, da Betroffene meist die Erkrankung von einem Elternteil geerbt haben. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung sind von HPU betroffen, überwiegend Frauen.

Jedoch können auch bestimmte Lebensumstände, physischer oder psychischer Stress eine Erkrankung an Kryptopyrrolurie begünstigen oder die Symptomatik verstärken. Vorerkrankungen, die das Immunsystem belasten, z. B. Verletzungen oder Darminfektionen, sind weitere Faktoren, die das Syndrom verstärken.

Schließlich können Umweltgifte dazu beitragen, dass sich eine Kryptopyrrolurie etabliert oder verschlimmert. Hierzu zählen Schwermetalle, die über die Nahrung oder das Leitungswasser in den Organismus gelangen, sowie Gifte in Baumaterialien oder Haushaltsgegenständen wie Formaldehyd oder das in vielen Plastikgegenständen enthaltene Bisphenol.

Die physiologischen Ursachen der Kryptopyrrolurie liegen im fehlerhaften Abbau des Hämoglobins. Der rote Blutfarbstoff ist der wichtigste Baustein der Erythrozyten, da er für den Transport des Sauerstoffs zuständig ist. Hämoglobin besteht aus einem Eiweißanteil (Globin) und dem Häm, das wiederum aus dem Ringsystem Polypyrrol besteht. Um dieses Ringsystem aufzubauen werden Pyrrole über Kondensationsprozesse verknüpft und über ein Eisenatom in der Mitte assoziiert. Die Lebensdauer der Erythrozyten beträgt ca. 30 Tage. Danach wird auch das Häm in Gallensäuren mit jeweils 4 Pyrrolmolekülen abgebaut und über den Stuhl ausgeschieden. Durch einen Stoffwechselfehler fallen zu viele freie Pyrrole im Organismus an, die dann nicht über den Stuhl, sondern über den Urin ausgeschieden werden müssen und dann auch dort nachgewiesen werden können. (Kryptopyrrolurie, KPU). Die Ausscheidung der nur fettlöslichen Pyrrole setzt den Umbau eine wasserlösliche Chelatverbindung voraus, um nierengängig zu werden. Dazu ist die aktivierte Form des Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat) und Zink notwendig, die dann für andere Aufgaben im Organismus nicht mehr zur Verfügung stehen und ein Mangelphänomen hervorrufen.

Biochemie

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